
Frankfurt am Main, 12. November 2025. Fast drei von vier Unternehmen in Deutschland melden einen mittleren bis sehr hohen Bedarf an KI-Spezialisten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von F.A.Z. Business Media | research in Zusammenarbeit mit F.A.Z. PRO Digitalwirtschaft und dem Branchenmagazin Personalwirtschaft, in der 104 HR-Entscheider befragt wurden. Während die Bedarfe hoch sind, suchen bislang allerdings nur auffällig wenige Unternehmen aktiv nach KI-Experten.
Der KI-Hype ist längst angekommen in vielen Personalabteilungen deutscher Unternehmen: 72 Prozent geben an, mittleren bis sehr hohen Bedarf an KI-Experten zu haben. Gleichzeitig stecken die Unternehmen in einem Widerspruch: Während die Bedarfe hoch sind, gehen nur 28 Prozent gezielt auf die Suche nach spezialisierten KI-Fachkräften.
KI-Kompetenzen werden zukünftig wichtiger
Dass KI inzwischen eine wichtige Rolle in den meisten Unternehmen spielt, ist unbestritten: 70 Prozent der Befragten geben an, ihr Unternehmen habe bereits KI-Werkzeuge eingeführt und nutze diese aktiv. Learning by Doing ist demzufolge Trumpf. Darüber hinaus glauben 97 Prozent, dass KI-Kompetenzen in ihrem Unternehmen in den kommenden zwei Jahren wichtiger werden.
Gleichzeitig sind die Unternehmen mit Hürden im Umgang mit der KI konfrontiert: 67 Prozent nennen Zeitmangel für Weiterbildungen im Arbeitsalltag als Herausforderung, 53 Prozent klagen über Unsicherheiten bezüglich rechtlicher oder regulatorischer Anforderungen.
Praktische Erfahrung schlägt Zertifikate
Wollen Bewerber KI-Expertise nachweisen, geht nichts über praktische Projekterfahrung. 62 Prozent der HR-Entscheider stufen bereits durchgeführte Projekte als relevanten Nachweis ein. Zertifikate anerkannter Weiterbildungsanbieter (44 Prozent), Hochschulabschlüsse mit KI-Schwerpunkt (43 Prozent) und Workshop- oder Seminar-Teilnahmen (40 Prozent) folgen mit einigem Abstand.
Große Unternehmen suchen vermehrt KI-Spezialisten
Je nach Unternehmensgröße fallen die Bewertungen verschieden aus: Während 52 Prozent der Unternehmen mit 5.000 oder mehr Beschäftigten derzeit gezielt spezialisierte KI-Fachkräfte einzustellen versuchen, sind es bei Unter-nehmen mit weniger als 250 Mitarbeitenden nur 18 Prozent – 74 Prozent dieser KMUs (Kleine und Mittlere Unternehmen) geben an, nicht gezielt nach KI-Spezialisten zu suchen. Bei den KMUs schlägt der Zeitmangel für Weiterbildungen im Übrigen besonders stark zu Buche: 79 Prozent nennen diesen Aspekt als Herausforderung.
Alle Ergebnisse der Studie inklusive Grafiken sind hier als PDF abrufbar: Download
Methodik: In einer Onlinebefragung wurden zwischen 17. und 30. Oktober 2025 104 HR-Entscheider aus deutschen Unternehmen befragt. Die Stichprobe setzt sich zusammen aus CHROs, Leitern der HR-Abteilungen, HR-Managern, -Führungskräften, -Partnern, -Spezialisten und -Sachbearbeitern. 33 Prozent der Befragten vertreten KMUs mit weniger als 250 Beschäftigten, 43 Prozent Unternehmen mit 250 bis 4.999 Beschäftigten und weitere 24 Prozent solche mit 5.000 oder mehr Beschäftigten.