BARMER Klimaschutzindex 2022

Der BARMER Klimaschutzindex für das Gesundheitswesen gibt Aufschluss über die Einschätzung der Transformationsfortschritte zugunsten des Klimaschutzes. 2022 wurde erstmals erhoben, wie das Gesundheitswesen den eigenen Beitrag zur CO2-Reduktion und die Entwicklung in den kommenden 12 Monaten einschätzt. Der Index wurde für 2022 auf 100 Punkte gesetzt, um in den Folgejahren die Veränderung abbilden zu können.

Der Index basiert auf dem Klimaschutz-Transformationssaldo. Dieser wird aus zwei Einschätzungen der Befragten gebildet: der Bewertung des aktuellen Beitrags des Sektors zur allgemeinen CO2-Reduktion (Lage) sowie der Einschätzung hinsichtlich der Relevanz des Themas CO2-Reduktion im Gesundheitssektor in den kommenden zwölf Monaten (Erwartungen). Für 2023 ergibt sich ein Saldo von 23,5 Punkten. Er spiegelt die Einschätzung wider, dass aktuell wenig getan wird (Lage -1), aber die Relevanz in den nächsten zwölf Monaten stark zunehmen sollte (Erwartungen 51).

-100
0
100
Aktuell und zukünftig sind wir klimaschädlich
Aktuell und zukünftig sind wir klimaneutral
23,5 (2022)

Quellen: BARMER, F.A.Z. Institut

Foto: Viktoriya – stock.adobe.com

Beitrag zur Klimaneutralität wird häufig überschätzt – Lage

Viele Befragte bewerten die eigene Leistung zur Einsparung von Treibhausgasen positiv. Ein Viertel der Befragungsteilnehmer stuft den aktuellen Beitrag der eigenen Organisation sowie den der eigenen Branche zur Klimaneutralität als sehr groß oder groß ein. Zudem bewertet fast ein Drittel den Beitrag des gesamten Gesundheitssektors ebenso positiv. Diese Einschätzung verkennt die Tatsache, dass der Ressourcenverbrauch des Sektors innerhalb der letzten 30 Jahre um circa 80 Prozent gestiegen ist und immer noch steigt.

Was glauben Sie, wie groß ist der aktuelle Beitrag dieser Akteure zur allgemeinen Reduktion des CO2-Ausstoßes?; in Prozent der Befragten; n = 551

Quellen: BARMER, F.A.Z. Institut

Die Relevanz des Themas wird steigen – Erwartungen

Der Kampf gegen den Klimawandel ist die größte Herausforderung der Gegenwart und Zukunft. Er dominiert den politischen und gesellschaftlichen Diskurs. Ein Großteil der befragten Organisationsvertreter ist der Ansicht, dass es künftig noch wichtiger wird, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Während 57 Prozent diese Ansicht hinsichtlich des gesamten Gesundheitssektors vertreten, gilt dies in Bezug auf die eigene Organisation nur für 48 Prozent der Befragten. Demnach wird der Handlungsbedarf häufiger außerhalb der eigenen Organisation verortet.

Wie wird sich die Bedeutung der Verringerung des CO2-Ausstoßes entwickeln?; in Prozent der Befragten; n = 551

Quellen: BARMER, F.A.Z. Institut