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Studie: Klimaneutralität im Gesundheitssektor noch nicht in Sicht

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Frankfurt am Main, 30. Januar 2024Eine aktuelle Studie hat Organisationsvertreter des deutschen Gesundheitssektors zum Thema Klimaneutralität befragt: Zwar beschäftigt sich die Mehrheit der Organisationen bereits mit der Transformation oder hat sie zumindest auf der Agenda. Insgesamt steht das Gesundheitswesen aber erst am Anfang, denn die strategische und organisatorische Implementierung von Nachhaltigkeit ist vielerorts ausbaufähig.

Viele Akteure des Gesundheitssektors haben das Thema Klimaneutralität bereits im Blick: Fast die Hälfte der befragten Organisationen beschäftigt sich aktiv damit. Ein Fünftel der Einrichtungen hat dies zudem fest eingeplant. Im Vergleich zum Jahr 2022 ist der Anteil aktiv gewordener Organisationen damit zwar gleichgeblieben, der Anteil geplanter Auseinandersetzung aber leicht gesunken.

Die inhaltliche Tiefe der Auseinandersetzung mit Klimaneutralität ist ausbaufähig: Lediglich etwas mehr als jede zehnte befragte Organisation berechnet ihren CO2-Fußabdruck. Zudem hat nur eine Minderheit Klimaschutzziele definiert (17 Prozent), einen Nachhaltigkeitsbericht erstellt (14 Prozent) oder eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt (12 Prozent).

„Es ist an der Zeit, dass Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen eine größere Rolle einnehmen als bisher. Schließlich hat der Sektor in Deutschland einen stärkeren Einfluss auf den Klimawandel als der Flugverkehr. Im Gesundheitswesen muss Nachhaltigkeit zur Basis des Verwaltungshandelns und im Sozialgesetzbuch verankert werden“, sagt Prof. Dr. med. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER.

Oftmals rücken zudem eher externe Faktoren die Klimaneutralität in den Fokus der Handelnden. Die Hälfte der Befragten nennt die gesellschaftliche Bedeutung des Themas als Anlass. Inzwischen kommt auch der gesetzgeberische Druck, nachhaltig zu wirtschaften und dies auch zu dokumentieren, häufiger an: 29 Prozent der Befragten treiben die Transformation aufgrund regulatorischer Vorgaben voran, 2022 lag der Anteil bei 19 Prozent. Immerhin: 34 Prozent sehen auch Kostenvorteile im klimaneutralen Betrieb ihrer Organisation.

„Der Gesundheitssektor steht weiterhin erst am Anfang der Transformation. Alle Akteure müssen den Handlungsbedarf anerkennen und die strategische und organisatorische Verankerung von Klimaneutralität stärker vorantreiben“, plädiert Jacqueline Preußer, Head of research bei F.A.Z. Business Media.

Im Vergleich zum Vorjahr wurden jedoch in einigen Bereichen auch leichte Fortschritte erzielt: Organisationen, die aktiv in Klimaschutz investieren oder dies planen, setzen etwas häufiger auf essenzielle Maßnahmen wie die Förderung nachhaltiger Mobilität, die Nutzung erneuerbarer oder lokaler Energiequellen und die energetische Sanierung.

Gegen weitere Maßnahmen spricht häufig die finanzielle Ausstattung der Organisationen. 44 Prozent der Organisationen bezeichnen mangelnde finanzielle Mittel und den Zweifel an der Rentabilität als Hindernis. 29 Prozent sehen zudem hinderliche politische Rahmenbedingungen und 23 Prozent ungeklärte Zuständigkeiten.

F.A.Z. Business Media research hat im Auftrag der Barmer und des F.A.Z.-Instituts im Sommer 2023 Organisationen des deutschen Gesundheitssektors zum Thema Klimaneutralität befragt. Unter den 443 Befragten sind Vertreter aus Praxen, Krankenkassen, Kliniken, Apotheken und Sanitätshäusern sowie der medizintechnischen und pharmazeutischen Industrie. Die Studienreihe erhebt regelmäßig den Status quo der nachhaltigen Transformation des Sektors. Sie zeigt unter anderem auf, ob die Organisationen sich aktiv mit dem Thema beschäftigen und welche Maßnahmen umgesetzt werden.

Die vollständige Studie: Klimaneutralität im Gesundheitssektor gibt es unter https://research.faz-bm.de/publikationen/barmer/klimaneutraler-gesundheitssektor/

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