Podcasts sind beliebt. Der große Erfolg des Formats hat dazu geführt, dass nicht nur Unterhaltung, sondern auch Podcasts für Fachthemen eine Hörerschaft erreichen. Das eröffnet für Kommunikationsverantwortliche, die für ihr Unternehmen Meinungsführerschaft anstreben oder es bei Debatten positionieren wollen, neue Möglichkeiten.
Um das zu erreichen, müssen das Fachpublikum sowie Journalisten der Branche erreicht werden. Interviews mit ausgewählten Experten sind in solchen Kommunikationsstrategien von großem Wert. Ein Expertengespräch als Podcast leistet all das und erweitert zusätzlich das Anwendungsspektrum und damit auch die Reichweite.
Es muss nicht immer True Crime sein
Der Erfolg des Mediums ist kein Zufall: Podcasts sind leicht und von überall aus abrufbar. Damit passen sie in den modernen und mobilen Lebensstil. Sie erfordern keine visuelle Aufmerksamkeit, weshalb sie sich für Multitasking eignen und kostengünstig zu produzieren sind. Gute Formate profitieren zudem von einer persönlichen Verbindung zwischen dem Host beziehungsweise den Gesprächspartnern und den Zuhörern.
Diese persönliche Verbindung macht einen Teil des Unterhaltungswerts aus, erleichtert aber auch die Informationsaufnahme. Das macht sie zum effektiven Medium für die Verbreitung von Ideen und Wissen. Das und die niedrigen Hürden bei der technischen Produktion bereiten auch Nischeninhalten eine geeignete Plattform. Wer einen erfolgreichen Podcast betreiben möchte, muss deshalb nicht zwangsläufig auf True Crime-Inhalte setzen.
Trotz der vielen Vorteile, ein Podcast benötigt akribische Vorbereitung. Mit diesen sieben Schritten werden auch Podcasts für Fachthemen zum Erfolg:
1. Thema und Zielgruppe definieren
Zu Beginn des Vorhabens sollten das Thema und das genaue Ziel des Podcast definiert werden. Das Vorgehen bei der Konzeption hängt davon ab, ob ein bestehender fachlicher Diskurs nur um unternehmenseigene Perspektiven bereichert werden oder ein neues Themenfeld eröffnet und besetzt werden soll. Gerade letzteres erfordert eine detaillierte Themen- und Konzeptplanung.
Die Tatsache, dass sich der Podcast mit Themen beschäftigt, die das Tagesgeschäft des Unternehmens bestimmen, entbindet nicht von einer sorgfältigen Vorbereitung. Das gilt auch für die Notwendigkeit der Zielgruppenanalyse. Auch wenn die Zielgruppe nur aus bestehenden oder potenziellen Geschäftskunden besteht, sollten zumindest deren inhaltlichen und idealerweise auch die medialen Bedürfnisse bestimmt werden.
2. Das richtige Format wählen
Ist die Zielhörerschaft bekannt, steigert das bei der Wahl des Formats die Erfolgsaussicht. Interview, Panel-Diskussion oder Erzählung: Es sollte ein Format gewählt werden, das auf die Bedürfnisse der Hörerschaft abgestimmt ist und zum eigenen Unternehmensauftritt passt. Dazu gehört auch, die Grundstruktur einer Episode zu bestimmen und sich über Länge, Aufbau und wiederkehrende Elemente klar zu werden.
3. Produktion redaktionell aufbereiten
Sind die Grundsatzentscheidungen getroffen, steht die inhaltliche Ausgestaltung an. Die Planung von Episode zu Episode wird den fachlich herausfordernden Themen nicht gerecht. Ein Redaktionsplan hilft bei der Koordination des ersten Produktionszyklus, der mindestens fünf Episoden umfassen sollte. Anhand der geplanten Episodenzahl wird dann der Zeitplan für Aufnahme und Veröffentlichung erstellt.

Foto: Brian Jackson – stock.adobe.com
Der Redaktionsplan sollte zudem Aufschluss über alle Themen des ersten Produktionszyklus geben. Nur wenn die Themenwahl im Voraus getroffen wurde, lässt sich zu Beginn eines solchen Projekts ein konsistenter Veröffentlichungsrhythmus gewährleisten. Darüber hinaus lassen sich anhand des Redaktionsplans auch die Gesprächspartner sowie die in- und extern benötigten Ressourcen und das erforderliche Gesamtbudget planen.
4. Technische Grundvoraussetzungen schaffen
Die technischen Einstiegshürden liegen im Vergleich zum Planungsaufwand deutlich niedriger. Dank hochwertiger Plug and Play Mikrofone lässt sich mit geringem Aufwand eine gute Aufnahmequalität erreichen. Zu Beginn ist auch kein designierter Aufnahmeraum nötig, sofern einige Grundregeln bei der Aufzeichnung beachtet werden: Ein nicht allzu großer Raum mit ein paar halldämpfenden Möbeln reicht für eine gute Tonqualität bereits aus.

Foto: Syda Productions – stock.adobe.com
Um die Produktionskosten nicht zu schnell in die Höhe zu treiben, kann sogar räumlich getrennt aufgezeichnet werden. Das heißt, die Protagonisten treffen den Host digital auf einer Aufnahmeplattform. Das vermeidet Reisekosten. Solche Aufnahmeplattformen sind in der Regel auch mit einer Videofunktion ausgestattet. Die Teilnehmer sehen sich live im Bild, was das Gespräch vereinfacht.
Die Aufnahme über eine solche Plattform bietet einen weiteren Vorteil: Jede Stimme wird auf einer eigenen Tonspur aufgezeichnet. Das erleichtert die Postproduktion, denn im Nachgang kann besser geschnitten oder ganze Gesprächspassagen können neu aufgezeichnet werden.
5. Host und Gesprächspartner vorbereiten
Podcasts für Fachthemen bieten erleichterten Zugang zu komplexen Inhalten, die jedoch dem Medium entsprechend präsentiert werden müssen. Bei der Konzeption muss stets berücksichtigt werden, dass Podcasts meist nur als Nebentätigkeit gehört werden. Deshalb muss alles vermieden werden, was hoch konzentriertes Zuhören erfordert, ohne den Gesprächsinhalt zu trivialisieren. Vermieden werden sollten:
- lange Monologe und Bandwurmsätze
- das Ablesen schriftlicher Vorformulierungen
- die Erwartung, sprachlichen Perfektionismus zu erreichen
- zu schnelles Sprechen
Stattdessen sollten kleine Pausen und sogar gezieltes Zögern oder Räuspern eingesetzt werden. Das erleichtert den Zuhörern, dem Gespräch zu folgen. Ein Leitfaden hilft Host und Protagonist zudem, den Verlauf vorab zu strukturieren und inhaltliche Überraschungen zu vermeiden. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass dieser nur Stichpunkte enthält. Vorab ausformulierte Sätze verführen gern zu Auswendiglernen und Ablesen.
Diese Fallstricke gilt es dem zu Beginn meist unerfahrenen Host und vor allem den Gesprächsteilnehmern, die zwar Fach- aber keine Medienexperten sind, zu verdeutlichen. Vor jeder Aufzeichnung sollte zudem eine Warmlaufphase eingeplant werden, damit alle Teilnehmer in der ungewohnten Situation ankommen können.
6. Inhalte bewerben und verteilen
Jeder noch so hochwertig produzierte Podcast verfehlt seine Wirkung, wenn er nicht gehört wird. Eine Strategie, um jede einzelne Folge zu bewerben, ist daher unerlässlich. Soziale Medien, E-Mail-Marketing und Content-Partnerschaften helfen, die Inhalte zu verbreiten. Es gilt, gerade die erste Episode zu bewerben und davon ausgehend die Aufmerksamkeit auf die gesamte Produktion zu lenken.
Zu den Werbemaßnahmen gehört auch ein Plan, wie die Episoden auf der Unternehmenswebsite oder der Hosting-Plattform präsentiert werden. Gerade bei Podcasts für Fachthemen empfiehlt es sich, Shownotes, Schlüsselinformationen sowie weiterführende Links und Ressourcen anzubieten.
7. Crossmediale Kommunikationsstrategien entwerfen
Podcasts sind nicht das einzige Mittel, um Unternehmen in fachlichen Diskursen zu positionieren. Themen lassen sich beispielsweise auch durch Befragungsstudien besetzen. Die Befragung von Entscheidern oder Experten folgt eigenen Regeln, ist jedoch ein ebenso wirkmächtiges Kommunikationsinstrument.
Lesen Sie hier, wie Experten und Entscheider erreicht und befragt werden.
Zwar lassen sich Fachthemen auch anhand eines standardisierten Fragebogens abbilden. Meist muss jedoch die inhaltliche Tiefe der Befragung reduziert werden. Experteninterviews als Podcast gleichen dieses Informationsdefizit aus. Ein Podcast leitet zum Thema hin, ordnet Befragungsergebnisse ein oder vertieft den Blick auf ausgewählte Inhalte.
Entdecken Sie hier, wie studienbegleitendes Tiefeninterview als Podcast eingesetzt wird.
Die Erfahrung zeigt: Die zielgerichtete crossmediale Aufbereitung der Botschaft ist der Schlüssel zum Erfolg.
Erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten, wie Ergebnisse präsentiert und kommuniziert werden können.